Ausgabe 57 - Frühjahr 2017

7 Anstoß geben und Anstoß nehmen Hinter einem großen Einfahrtstor auf der Peter-Lauten-Str. 19 liegen die Werkstätten und Büros von Anstoss e.V, direkt neben dem Second-Hand- Laden von Emmaus. Diese Nähe ist kein Zufall; denn Anstoss e. V. ver- folgt die gleichen Ziele wie Emmaus und stützt sich auch auf den Gründer- vater von Emmaus, dem französischen Priester Abbé Pierre. Er gründete An- fang der 50ger Jahre die „Emmausbe- wegung“ mit de m Ziel, bedürftigen Menschen neue Hoffnung zu geben und sie zur Selbsthilfe zu motivieren. Dies ist auch der Ansatz von „Anstoss e.V.“ der den Beinamen „Beschäfti- gungsinitiative“ trägt. In zwei Betrie- ben will der Verein Menschen wieder einen „Anstoss“ geb en, um in die Ar- beitswelt zurückzukehren bzw. in der Arbeitswelt bestehen zu können. Der „GaLaBau“, der Garten und Land- schaftsbau, beschäftigt 3 festange- stellte Mitarbeiter, einige Minijobs und einige Arbeitsgelegenheitssuchende (sogenannte 1€ -Jobber). Der „GaLa- Bau“ übernimmt Aufträge zur Gestal- tung und Pflege von Gärten und Grün- anlagen. Dabei ist das oberste Ziel nicht der wirtschaftliche Profit, son- dern, wie oben erwähnt, mit den Ein- nahmen eine Finanzierung zu errei- chen, die Menschen in Arbeit bringt. Daher ist es auch verständlich, dass sich die Angebote dem Standard an- passen und nicht, wie oft falsch ver- standen, besonders günstig sind. Die Kunden von Anstoss e. V. schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe: 1. Sie bekommen eine professionelle Dienst- leistung und 2. beteiligen sie sich an der Gestaltung einer gerechteren Welt, was die Möglichkeit auf Arbeit be- trifft. In ähnlicher Weise arbeitet der zweite Betrieb, der „Fahrradladen“. Hier wer- den alte Fahrräder so zusammengebaut und instandgesetzt, dass sie als ge- brauchte Räder verkauft werden kön- nen. Mit dem Erlös werden wiederum die Mitarbeiter im Fahrradladen be- zahlt, deren Herkunft aus der Arbeits- welt ähnlich ist wie im „GaLaBau“. Ein wichtiger Hinweis: Ganz bewusst werden keine Fahrräder repariert, um kleine ren Fahrradläden nicht „das Wasser abzugraben“. Auch durch die Ausbildungsinitiative, die zwei Auszubildenden im Garten- und Landschaftsbau die Vorbereitung auf den Eintritt in die Arbeitswelt er- möglicht, gibt „Anstoss e.V.“ den ent- scheidenden Anstoß. Dieses Projekt wird durch eine Spendeninitiative fi- nanziert. Anstoß geben! Und woran nimmt „Anstoss e. V.“ Anstoß ? - Der Verein nimmt u. a. An- stoß an dem Umgang mit der Umwelt. Daraus resultiert z.B. die Einrichtung einer Pflanzenbörse (Pflanzen selber ziehen, Pflanzen verkaufen oder tau- schen) oder die Herstellung von Up- cycling Produkten aus Fahrradteilen. Anstoß wird aber auch an der Flücht- lingsproblematik genommen, indem ein Fahrradreparaturcafé für Flücht- linge geschaffen worden ist. Darüber hinaus sind d ie Mitarbeiter von „An- stoss e.V.“ aktiv im Tagestreff von Emmaus auf der Tannenstraße oder im Mitmachbauernhof „Malewupp“ auf der Ottostraße. Immer geht es um die Schaffung einer gerechteren und bes- seren Welt für alle. Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, neugierig geworden sind, dann kom- men Sie doch einfach mal rein. Für jede und jeden gibt es mehrere Mög- lichkeiten sich zu beteiligen, sei es durch Ihre Aufträge, Ihr ehrenamtli- ches Mittun oder durch Spenden. Die wichtigsten Angaben zur Kontaktauf- nahme finden Sie im Internet (www.anstoss-krefeld.de) , durch Ih- ren Besuch oder Ihr Telefonat (778017). Alfred Kuhn / Vorstandsmitglied

RkJQdWJsaXNoZXIy MzU1MTU=